Mit dem Tourismus-Dashboard hat DIANA-T bereits gezeigt, wie sich unterschiedliche Datenquellen bündeln und für touristische Akteur*innen nutzbar machen lassen. In der aktuellen Entwicklungsphase rückt nun stärker in den Fokus, wie sich dieses Fundament perspektivisch in konkrete Entscheidungsgrundlagen überführen lässt.
Federführend vorangetrieben wurde der Prototyp von Jörg Maier (GF, Original Landreisen) und Ralf Vogel (GF, mein toubiz) in enger Zusammenarbeit mit Benedikt Arnold und Christopher Pack (Fraunhofer FIT), Jennifer Maier (HNEE) sowie Jan-Albert Vieth (GF, camp adventure). Im Zusammenspiel dieser Partner*innen ist aus einer konzeptionellen Idee eine prototypische Anwendung entstanden, die reale Daten integriert und erste Prognosen ermöglicht.
Im aktuellen Stand bündelt das Dashboard unterschiedliche Datenquellen – darunter Wetter-, Saison- und Auslastungsdaten – und bereitet diese in Form von Visualisierungen und Prognosen auf. Dadurch entsteht ein differenziertes Bild von Nachfrageentwicklungen, das es erlaubt, Auslastung nicht nur rückblickend zu analysieren, sondern auch erste vorausschauende Einschätzungen zu treffen.
Im Austausch mit den Prototypenverantwortlichen verdichten sich zentrale Erkenntnisse aus der Entwicklungsarbeit. „Wir konnten erstmals zeigen, dass aus fragmentierten Daten tatsächlich handlungsrelevante Prognosen entstehen und nicht nur theoretische Modelle.“ Entscheidend ist dabei insbesondere die Kombination unterschiedlicher Datenquellen: Erst durch die Verknüpfung mehrerer Datenquellen entsteht eine belastbare Grundlage für sinnvolle Prognosen und darauf aufbauende Anwendungsszenarien.
Diese Ansätze werden im Projekt bereits an konkreten Anwendungskontexten erprobt wie z.B. anhand eines Dashboards zur Auslastung der Vita Classica Therme in Bad Krozingen sowie eines Dashboards zur Buchungsauslastung im Kontext von Camp Adventure. Beide Use Cases zeigen exemplarisch, wie sich unterschiedliche Datenquellen in spezifischen Anwendungsszenarien zusammenführen und nutzbar machen lassen.
Eine wichtige Rolle kommt dabei der Aufbereitung zu. „Erst durch die Visualisierung wird klar, was in den Daten steckt und wann es voll wird oder sich Angebote besonders lohnen.“ Komplexe Zusammenhänge werden so in eine Form überführt, die für unterschiedliche Akteur*innen verständlich und grundsätzlich nutzbar ist.
Parallel dazu werden mögliche Anwendungsfelder zunehmend konkreter. „Das Dashboard wird dabei helfen, dynamisches Pricing gezielter auszubauen um Nachfragepeaks besser auszugleichen.“ Damit zeichnet sich ab, wie datenbasierte Erkenntnisse perspektivisch in operative Entscheidungen einfließen können.
Gleichzeitig wird im Austausch mit den Prototypenverantwortlichen deutlich, dass der Weg zur Anwendung weiterhin mit Herausforderungen verbunden ist.
„Der Prototyp funktioniert, aber auf dem Weg zum Produkt gibt es noch ein paar zentrale Baustellen.“
So zeigen sich aktuell unter anderem Unterschiede in den Datenstrukturen sowie teils lückenhafte Datengrundlagen, die die Möglichkeiten einer breiteren Nutzung noch begrenzen. Auch die Prognosemodelle werden im weiteren Verlauf weiterentwickelt und mit größeren Datenmengen trainiert, um ihre Aussagekraft zu erhöhen. Hinzu kommen Fragen der Zielgruppenschärfung, der Integration in bestehende Systeme sowie der wirtschaftlichen Ausgestaltung.
Die grundsätzliche Richtung ist dabei klar umrissen. „Der Weg zur Marktreife liegt jetzt nicht mehr im Ob, sondern im Wie gut und wie skalierbar.“ Der nächste Schritt besteht darin, den Prototypen in konkreten Anwendungskontexten weiter zu erproben, Wirkung sichtbar zu machen und darauf aufbauend gezielt weiterzuentwickeln.
Das Tourismus-Dashboard steht damit exemplarisch für die Arbeit im Projekt DIANA-T: Es zeigt, wie aus einer konzeptionellen Annahme schrittweise eine anwendungsnahe Lösung entsteht und welche Voraussetzungen notwendig sind, um datenbasierte Ansätze im Tourismus perspektivisch in die Praxis zu überführen.
Für weiterführende Informationen ist der Prototyp im aktuellen Stand (März 2026) im Bereich „Publikationen“ auf unserer Website verfügbar.
Text und Redaktion: Sina Heider

